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Gehörlosenrechte sind Menschenrechte!
Freitag, 3. Oktober 2008, 11:54 Uhr
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AKTUELLES
150 PERSONEN DEMONSTRIERTEN FÜR MEHR RECHTE FÜR GEHÖRLOSE

Foto: Gebärdenwelt
Zwei Tage vor der Nationalratswahl fand in Wien eine Demonstration unter dem Motto "Gehörlosenrechte sind Menschenrechte" statt. Mit diesem Titel wollten die VeranstalterInnen darauf hinweisen, dass in Österreich zentrale Rechte für gehörlose Menschen nicht umgesetzt sind. Doch seit 2008 gibt es eine UN-Konvention, die Österreich verpflichtet, diese Wirklichkeit werden zu lassen.

Am Stephansplatz wurde in mehreren Gebärdenbeiträgen auf jene Bereiche hingewiesen, in denen Gehörlose immer noch massiv diskriminiert sind. Die Präsidentin des ÖGLB, Helene Jarmer, sowie zwei Vorstandsmitglieder, Lukas Huber und Günter Roiss, erklärten, welche Probleme in den Bereichen Schulbildung, Untertitelung und Kommunikation (Stichwort: Telefon-Relay-Center) bestehen. Barbara Hager, Vorsitzende des VÖGS (Verein österreichischer gehörloser Studierender) berichtete über die schlechte Situation an den Universitäten. Sie forderten unter anderem bilingualen Unterricht in Deutsch und ÖGS, mehr Untertitel im ORF, die Einrichtung eines Telefon-Relay-Centers und mehr Dolmetschbudget für gehörlose Studierende.

Danach ging die Demonstration quer durch die Innenstadt vor das Parlament. Dort wurden spontan Gebärdenparolen skandiert: "Gebärdensprache jetzt! Nicht morgen - jetzt!" gebärdeten einige DemonstrantInnen, die sich auf den Stufen vor der Pallas Athene-Statue aufgestellt hatten.

Zum Abschluss kamen noch einige PolitikerInnen zu Wort, die sich trotz des Termins, mitten im Wahlkampf, Zeit genommen hatten. Maria Vassilakou (Grüne), Franz-Joseph Huainigg (ÖVP) und Didi Zach (KPÖ) hielten jeweils einen Redebeitrag und zeigten sich mit den Forderungen des ÖGLB solidarisch.

(SK)

(soida)
Foto: Gebärdenwelt

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