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Gehörloser Schüler muss im Zeichenkammerl lernen
Montag, 15. März 2010, 13:03 Uhr
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AKTUELLES
DIE TAFEL MUSS ER SELBST MITNEHMEN...
In Warman, ein Städtchen der Prärieprovinz Saskatchewan in Kanada, sind die Schulen überfüllt. Die Warman Grundschule gibt für ungefähr 700 Schülerinnen und Schüler vom Kindergarten bis zur 5ten Schulstufe Unterricht; gedacht war das Schulgebäude für rund 300 SchülerInnen.

Die Klassen sind dermaßen überfüllt, dass ein gehörloser Schüler nun ausweichen musste: da in der Klasse kein integrativer Unterricht mehr denkbar ist, erhält er seinen Unterricht im Kämmerchen der Zeichenlehrer; neben Farbeimern und eingetrockneten Pinseln.

Seine Eltern haben einen herzzerreißenden Brief an die Schule geschrieben, in dem sie um eine Besserung der Situation bitten. Tatsächlich sind der Schule die Hände gebunden: die LehrerInnen geben ihr Bestes, um anständigen Unterricht unter den gegebenen Umständen für die Kinder zu ermöglichen. Denn das Problem liegt weiter oben, in der Politik. Obwohl die Stadt zunehmend wächst, will man keine neue Schule bauen. Letzten Donnerstag ist eine Delegation inklusive dem Bürgermeister von Warman nach Regina gereist, wo die Provinzregierung sitzt. Sie wollen Druck für neue Schulgebäude machen. Abhängig davon, wie erfolgreich diese Gespräche sein werden, muss der gehörlose Schüler noch im Zeichenkammerl, isoliert von seinen MitschülerInnen, unterrichtet werden.

(flo)
Foto: (c) Marina Großmann | PIXELIO.de
Video: Gebärdenwelt

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