2008 hat Österreich die UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung ratifiziert [=unterschrieben] und sich damit verpflichtet, Kinder "nicht aufgrund von Behinderung" vom Schulbesuch auszuschließen. Eineinhalb Jahre später werden Kinder mit Behinderung noch immer getrennt in Sonderschulen unterrichtet, kritisiert Marianne Schulze vom Monitoringausschuss, der die Umsetzung der Konvention überwacht.
Sonderschulen seien menschenrechtswidrig, sagt Schulze und fordert deren Abschaffung. In einer öffentlichen Sitzung im Parlament am Mittwoch will der Ausschuss Druck auf die Regierung machen.
Sonderschulen - das umfasst auch spezielle Schulen etwa für blinde oder gehörlose Kinder - würden nicht nur den Ausschluss aus der "gesellschaftspolitischen Mitte" bedeuten, sondern auch Bildung auf niedrigerem Niveau, so der Ausschuss. Er äußert die Vermutung, dass unter den geschätzten 300.000 Analphabeten in Österreich Menschen mit Behinderung überproportional stark vertreten sind.
Ein schlechtes Zeugnis stellt den Sonderschulen auch Ewald Feyerer, Experte für Inklusive Pädagogik von der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich, im Gespräch mit der APA aus: Studien hätten gezeigt, dass Kinder mit Behinderung, Lernschwächen oder -störungen in Sonderschulen trotz kleinerer Lerngruppen und spezieller Lernmaterialien nicht - wie vom Gesetzgeber erhofft - besser gefördert werden als in der Regelschule. Das Niveau werde vielmehr heruntergeschraubt, in der Annahme, die Schüler kämen sonst nicht mit.
Deshalb, so der Ausschuss und Feyerer, sollte für Kinder mit Behinderung - egal ob körperlich oder geistig - die Schulkarriere im Regelschulwesen, unterstützt von Sonderpädagogen, zum Normalfall werden. Die Folge wäre, dass alle Schulen auch die Voraussetzungen bieten müssen, um behinderte Schüler zu unterrichten. In der Praxis werde das wohl nicht bedeuten, dass jede Schule etwa über ein Blindenleitsystem verfügt, sondern dass regionale Schwerpunktschulen etwa für Blinde entstehen.
Sonderschulen seien menschenrechtswidrig, sagt Schulze und fordert deren Abschaffung. In einer öffentlichen Sitzung im Parlament am Mittwoch will der Ausschuss Druck auf die Regierung machen.
Sonderschulen - das umfasst auch spezielle Schulen etwa für blinde oder gehörlose Kinder - würden nicht nur den Ausschluss aus der "gesellschaftspolitischen Mitte" bedeuten, sondern auch Bildung auf niedrigerem Niveau, so der Ausschuss. Er äußert die Vermutung, dass unter den geschätzten 300.000 Analphabeten in Österreich Menschen mit Behinderung überproportional stark vertreten sind.
Ein schlechtes Zeugnis stellt den Sonderschulen auch Ewald Feyerer, Experte für Inklusive Pädagogik von der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich, im Gespräch mit der APA aus: Studien hätten gezeigt, dass Kinder mit Behinderung, Lernschwächen oder -störungen in Sonderschulen trotz kleinerer Lerngruppen und spezieller Lernmaterialien nicht - wie vom Gesetzgeber erhofft - besser gefördert werden als in der Regelschule. Das Niveau werde vielmehr heruntergeschraubt, in der Annahme, die Schüler kämen sonst nicht mit.
Deshalb, so der Ausschuss und Feyerer, sollte für Kinder mit Behinderung - egal ob körperlich oder geistig - die Schulkarriere im Regelschulwesen, unterstützt von Sonderpädagogen, zum Normalfall werden. Die Folge wäre, dass alle Schulen auch die Voraussetzungen bieten müssen, um behinderte Schüler zu unterrichten. In der Praxis werde das wohl nicht bedeuten, dass jede Schule etwa über ein Blindenleitsystem verfügt, sondern dass regionale Schwerpunktschulen etwa für Blinde entstehen.
(APA)
Foto: APA
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